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Nachdem ich öfters gefragt wurde, welche Bahntrassenwege ich denn empfehlen könne, werden jetzt die einzelnen Wege als Orientierungshilfe mit einem bis vier Fahrrädern klassifiziert und einem kurzen Kommentar versehen. Hier fließen die touristische Attraktivität des Umfeldes, Rastmöglichkeiten und die Anbindung an Radfernwege oder Bahnhöfe genauso ein, wie die Befahrbarkeit des Weges. Eine Bewertung findet sich nur bei Wegen, die ich selbst befahren habe.
Herausgekommen ist eine hoffentlich in sich schlüssige, auf jeden Fall aber eine persönliche Beurteilung aus der Sicht des Tourenradlers. Als ich die Kurztexte für die verschiedenen Wege geschrieben habe, hat mir das noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, welche Gegebenheiten einen Radwanderweg auf einer stillgelegten Bahntrasse für mich interessant machen und wo ich am Ehesten zu Kompromissen bereit bin. So haben für mich eine durchgängige und barrierefreie Befahrbarkeit, sowie die landschaftliche Schönheit und eine geringe Lärmbelastung einen hohen Stellenwert, bei längeren Wegen zusätzlich ausreichende und wetterfeste Rastmöglichkeiten. Bei der Oberfläche spielt es für mich hingegen keine große Rolle, ob der Weg asphaltiert, wassergebunden oder geschottert ist, solange keine großen Straßenschäden vorhanden sind.
Die Einteilung
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Wanderwege auf stillgelegten Bahntrassen, auf denen Radfahren aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit nicht empfehlenswert oder auf denen es verboten ist. |
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Meist kurze Wege von lokaler Bedeutung oder qualitativ unbefriedigende regionale Rad(wander)wege. |
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Bahntrassenradwege, die einen Abstecher lohnen. Hier gibt es viele schöne Abschnitte kürzerer Wege, die man sich ansehen sollte, wenn man mal in der Nähe ist. |
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Diese Wege sind es wert, auf ihnen einen Wochenendausflug zu unternehmen oder auf einer längeren Tour einen größeren Umweg zu machen. |
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Die absoluten Highlights der Bahntrassenradwege, die man einfach einmal gefahren sein muss. |
Vier Fahrräder wurden nur sparsam vergeben. Einige Wege haben sie nur knapp verfehlt, bei anderen ist schon abzusehen, dass deren Attraktivität durch anstehende Baumaßnahmen so weit steigt, dass dies auch auf die Bewertung durchschlägt. Aber auch unter den Routen mit zwei oder drei Rädern sind viele erfahrenswerte Wege, bei denen es sich unbedingt lohnt, sie in eine längere Tour einzubauen. Weitere klangvolle Namen fehlen hier noch, da ich bisher erst etwa zwei Drittel der Bahntrassenradwege in Deutschland selbst erkundet habe.
Meine Top-Favoriten
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BW 2.01 Wanderbahn Mosbach Mudau (Baden-Württemberg; 27 km)
Erholung pur oben auf dem Odenwald. Von Mosbach sind bis Mudau 300 Höhenmeter zu überwinden, steile Abschnitte aber sind selten. Die Wanderbahn verläuft durch viel Wald, am Wegesrand finden sich liebevoll hergerichtete Rastplätze. |
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BW 2.08 Göppingen-Faurndau Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg; 24 km)
Die Bahnstrecke des "Klepperle" wurde fast vollständig in einen Radweg verwandelt, sodass der Wechsel zwischen den Tälern von Rems und Fils ohne große Anstrengungen zu schaffen ist. Besonders attraktiv ist der höher gelegene mittlere Abschnitt. |
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BW 2.13 Reutlingen Lichtenstein (ehem. Zahnradbahn) (Baden-Württemberg; 12 km)
Der steilste Bahntrassenweg Deutschlands bietet ein besonderes Erlebnis: 10 % Gefälle (oder Steigung, je nach Blickwinkel) auf 2 km ehemaliger Zahnradstrecke sind schon beachtlich. Und das vor der Kulisse des Albaufstiegs an Schloss Lichtenstein. |
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BY 1.07 Gaubahn-Radwanderweg Ochsenfurt Röttingen (Bayern; 29 km)
Dank Gaubahn-Radweg gibt es eine nicht allzu schweißtreibende Querverbindung zwischen Main und Tauber. Bemerkenswert: Der alte Wartesaal in Gelchsheim steht jetzt Wanderern und Radfahrern offen. |
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BY 7.01 Donau-Regen-Radweg: Bogen Miltach (Bayern; 39 km)
Die Bahnstrecke Bogen Miltach wurde fast komplett zu einer attraktiven Querverbindung zwischen Donau und Regen mit schönen Tal- und Waldpassagen ausgebaut. |
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BY 7.04 Donau-Ilz-Radweg Hengersberg Eging Tittling Kalteneck (Bayern; 55 km)
Parallel zum Höhenzug des Bayerischen Waldes gelegen reicht die Bandbreite dieses überragenden Bahntrassenwegs von weiten Ausblicken bis zu Walddurchfahrten mit engen Einschnitten. Infotafeln zur Bahnhistorie fehlen genauso wenig wie ein Biergarten an einem der erhaltenen alten Bahnhöfe. |
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BY 7.08 Bockerlbahn-Radweg Landau a.d.Isar Arnstorf (Bayern; 25 km)
Attraktiver Radweg von Landau an der Isar nach Arnstorf, der über die alte Bahnstrecke hinaus bis zur Rott bei Pfarrkirchen verlängert wurde und damit eine gute Anbindung an andere Radwanderwege sowie die Bahn besitzt. Sehenswert: die Isarbrücke bei Landau. |
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HE 2.08 Schwalmstadt-Treysa Oberaula (teilw. fertig) (Hessen; 25 von 35 km befahrbar)
Die ersten fertig ausgebauten Kilometer des Radwegs Oberaula Treysa überzeugen durch eine attraktive Strecke und gute Lösungen an den Querwegen und -straßen. Auf dieser wichtigen Ost-West-Verbindungen entsteht hier gerade ein neuer Top-Bahntrassenweg, der 2010 mit dem dritten Bauabschnitt komplettiert wird. |
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HE 2.10 Vulkan-Radweg Lauterbach Glauburg (Hessen; 65 km)
Bahntrassenradeln par excellence: Der Vulkan-Radweg auf der Trasse der alten Oberwaldbahn ist nicht nur einer der längsten, sondern auch einer der schönsten Bahntrassenradwege in Deutschland. Mit geringen, wenn auch lang anhaltenden Steigungen macht er die Vogelsbergregion für breite Radlerkreise attraktiv und wird dank guter Rahmenbedingungen wie Bahnanbindung oder streckenbegleitendem Radbus hervorragend angenommen. |
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HE 3.04 Kegelspielradweg Hünfeld Wenigentaft (Hessen; 27 km)
Der im April 2007 eröffnete Kegelspielradweg schafft eine attraktive Verbindung zwischen den Tälern von Haune und Ulster. Da mehrere Streckenabschnitte aus Naturschutzgründen nicht für den Radweg zur Verfügung standen, fallen einige Steigungen steiler als nötig aus. Der Weg entfernt sich aber kaum mehr als ein paar Meter von der Trasse. Top: das Klausmarbacher Viadukt. |
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HE 3.05 Milseburgradweg Fulda Hilders (Hessen; 27 km)
Der Milseburgradweg liefert ein exzellentes Beispiel für einen Radweg, der eine attraktive Mittelgebirgsregion breiten Radfahrerkreisen erschließt. Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der knapp 1,2 lange Milseburgtunnel, der längste Eisenbahntunnel, der in Deutschland zu einem Radweg ausgebaut wurde. |
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NW 3.09 Erzbahnweg Bochum (Nordrhein-Westfalen; 9 km)
Seit dem Herbst 2008 ist der Erzbahnweg fertig, nur der Brückenschlag über den Rhein-Herne-Kanal steht noch aus. Die auf bis zu 15 m hohen Dämmen verlaufende Trasse ist das absolute Highlight der Bahntrassenradwege im Ruhrgebiet, in dessen Umfeld zahlreiche weitere Wege zu finden sind. Allein die kühnen Brückenkonstruktionen über Rheinische Bahn / Gahlensche Straße und die frisch sanierte Pfeilerbahn sind derart spektakulär, dass man sich's einfach angesehen haben muss. |
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NW 4.25 SauerlandRadring (Nordrhein-Westfalen; 83 km)
Mit dem SauerlandRadring findet Nordrhein-Westfalen endlich Anschluss bei den längeren und touristisch relevanten Mittelgebirgs-Bahntrassenwegen. Höhepunkt ist der knapp 700 m lange "Fledermaustunnel", aber auch die Täler von Fretterbach, Leiße und Lenne haben viel zu bieten. Schade nur, dass so viele der alten Brücken abgerissen wurden. |
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RP 1.04 Eifel-Ardennen-Radweg und RAVeL-Weg Weismes St. Vith (Linie 48) (Rheinland-Pfalz und Ostbelgien; 50 km)
Auf den Bahntrassen von Venn- und Westeifelbahn entsteht ein großes, grenzüberschreitendes Netz an Bahntrassenwegen. Es ist faszinierend zu sehen, wie oft militärisch motivierte Eisenbahnstrecken in einem zusammengewachsenen Europa jetzt friedlich genutzt werden. |
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RP 1.11 Maare-Mosel-Radweg Daun Lieser (Rheinland-Pfalz; 51 km)
Der in vieler Hinsicht vorbildliche Maare-Mosel-Radweg ist nicht nur aufgrund der Streckenlänge für Bahntrassenradler ein Muss. Vier Tunnel, von denen zwei über 500 m lang sind, und zahlreiche Viadukte bilden die eisenbahnhistorische Kulisse. |
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RP 2.02 Ruwer-Hochwald-Radweg Trier Hermeskeil (Rheinland-Pfalz; 48 km)
Zwischen Trier und Hermeskeil ist eine neue rheinland-pfälzische Traumroute entstanden, die einen Meilenstein in der radtouristischen Erschließung der Region Ruwer-Hochwald darstellt. Neben Restarbeiten im Bereich zweier ehemaliger Bahnbrücken stehen noch die Anbindungen in Trier und von Hermeskeil ans saarländische Radwegenetz an. |
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SL02 Fritz-Wunderlich-Weg Freisen Altenglan (Saarland / Rheinland-Pfalz; 26 km)
Schon etwas betagt, nicht asphaltiert und dennoch: Dieser ruhige, langsame Weg gehört zu den schönsten Bahntrassenradwegen in Deutschland. Zwischen Freisen und Kusel passiert man vom Autoverkehr fast unbehelligt die "Eiserne Brücke", das Oberkirchener Viadukt, zwei Tunnel und weitere Brücken. |
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SL03 St. Wendel Oberthal Tholey (Saarland; 12 km)
Die ehem. Stichbahn von St. Wendel nach Tholey ist zu einem sehr attraktiven Radweg im oberen Bliestal ausgebaut worden. Unmittelbar am oberen Ende des Weges liegt die römische Ausgrabungsstätte Wareswald. |
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