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Fahrradwegweisung in der Stadt Leverkusen

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Die Landesgartenschau wird im kommenden Jahr zahlreiche Besucher nach Leverkusen locken, von denen hoffentlich viele per Rad anreisen werden. Da ich mich auf meinen Radtouren in der letzten Zeit intensiver mit der Wegweisung im Zuge von Radfernwegen auseinandergesetzt hatte, war diese Überlegung Anstoß dazu, einmal nachzusehen, wie gut sich in meiner Heimatstadt ortsunkundige Radler zurechtfinden können.

Logo Fahrradfreundliches LeverkusenRad-Ortsschild LeverkusenDie erste, willkürlich herausgegriffene Teststrecke war die Route Schlebusch Stadtbahn – Opladen Bahnhof, deren Beschilderung insgesamt in einem erfreulich guten Zustand war. Auf dieser Fahrt habe ich bewusst sämtliche Ortskenntnis ausgeblendet und bin stur den Schildern gefolgt. An zwei Stellen waren die Wegweiser so verdreht, dass sie in eine falsche Richtung zeigten und ich als "Ortsfremder" erst nach mehreren 100 Metern Verdacht geschöpft und auf die Karte geschaut habe. Bereits auf dieser ersten Tour zeichneten sich einige Eigenwilligkeiten der Leverkusener Wegweisung ab (v. a. bei Kilometerangaben und Ortsbezeichnungen), aber auch ausgesprochen Vorbildliches war zu verbuchen (Ortsschilder speziell für Radler).

In Leverkusen ist im Gegensatz zur linearen Routenführung der überwiegenden Zahl von Radfernwegen schon vor der Umsetzung des landesweiten Radverkehrsnetzes ein engmaschiges Netzwerk vieler sich immer wieder kreuzender Wege entstanden. In einem solchen, wesentlich komplexeren System kommen interessante und nicht immer einfach auszugestaltende Aspekte wie die Beschilderung von Knotenpunkten und Alternativrouten zum Tragen. Gesichtspunkte also, die auch bei großräumigen Radwegenetzen wie den entstehenden landesweiten Radverkehrsnetzen in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz behandelt werden müssen.

Die Beschilderung der Leverkusener Radwege ist in der Vergangenheit nach der Berichterstattung über die Ersteinrichtung der einzelnen Routen meist nur im Hinblick auf die inzwischen desaströsen Zustände auf dem Erlebnisweg Rheinschiene / Rheinradweg in die öffentliche Diskussion gelangt, was jedoch dem erreichten Standard aber auch Problemen abseits des einzigen in Leverkusen beschilderten Radfernwegs nur zum Teil gerecht wird. Dennoch kam die Spitzenposition im Fahrradklimatest von ADFC und Bund für Umwelt und Naturschutz für mich überraschend, bei dem Leverkusen in der Kategorie Wegweisung bei den Städten unter 200 000 Einwohnern punktgleich mit Darmstadt auf dem ersten Platz landete, vor allem, da das Routensystem (noch) nicht überall komplett und an anderen Stellen schon wieder so lückenhaft ist, dass eine Orientierung problematisch wird. Außerdem gibt es aus meiner Sicht bessere Schildersysteme, die sind leider nicht durchsetzen konnten. Das soll aber ausdrücklich nicht heißen, dass man mit den verwendeten Wegweisern keine attraktive und funktionierende Lenkung des Fahrradverkehrs realisieren könnte, es kommt – wie immer – auf die kleinen Teufel im Detail an.

Nach der Auswertung der ersten Radtour war klar, dass die Qualität der Fahrradwegweisung nur im größeren Zusammenhang angemessen bewertet werden kann und diese Untersuchung ohne eine möglichst vollständige Erfassung der vorhandenen Beschilderung nicht zu leisten wäre. Die erforderliche Datenerhebung habe ich auf mehreren Touren zwischen Juni und August 2004 durchgeführt.

Auf den nächsten Seiten wird das Netz der aktuell in Leverkusen wegweisend beschilderten Radrouten kurz vorgestellt, ebenso die bekannt gewordenen Planungen für das landesweite Radverkehrsnetz und die überregionalen Radrouten. Interessant ist hier, dass Leverkusen mit den D-Routen D 7 ("Pilger-Route") / D 8 ("Rhein-Route") Anschluss an das im Aufbau befindliche bundesweite Radfernwegenetz findet. Es folgen die aus den Befahrungen abgeleiteten Analyseergebnisse, die anhand einiger prägnanter Beispiele erläutert werden. Die detaillierten Daten zur Beschilderung mit allen Anmerkungen und Korrekturvorschlägen werden nach Routen sortiert und mit einer groben Priorisierung versehen auf mehreren Unterseiten zur Verfügung gestellt.

Die Daten wurden der Stadt Leverkusen zugänglich gemacht, in der Hoffnung, damit einen Anstoß und Beitrag zu einer flächendeckenden und nachhaltigen Qualitätssicherung des Radverkehrsnetzes in Leverkusen – auch über die Landesgartenschau hinaus – zu leisten.


Die Ergebnisse in Kurzfassung:

  • Datenerhebung auf sieben Radtouren im Juni bis August 2004, dabei zurückgelegte Strecke: ca. 270 km

  • 299 erfasste bestehende Schildstandorte, davon
    278 auf dem Gebiet der Stadt Leverkusen (183 in Ordnung, 37 verbesserungsfähig, 58 dringend korrekturbedürftig)
    21 außerhalb des Stadtgebietes (19 in Ordnung, 0 verbesserungsfähig, 2 dringend korrekturbedürftig)

  • 82 bisher nicht bestückte oder verwaiste Schildstandorte auf den beschilderten Routen, davon
    78 auf dem Gebiet der Stadt Leverkusen (27 zur Vermeidung von Irritationen empfohlen, 51 dringender Bedarf)
    4 außerhalb des Stadtgebietes (3 zur Vermeidung von Irritationen empfohlen, 1 dringender Bedarf)

  • 8 Standorte mit Radwegweisern in abweichender Gestaltung

  • Schwund: 1 Kugelschreiber; Pannen: Defekt der Lichtanlage;
    Verschleiß: Leverkusener Fahrradkarte hat bei der Nachbereitung deutlich gelitten


Trotz größtmöglicher Sorgfalt ist es kaum möglich, eine derart umfangreiche Datenmenge im Zuge einer einzigen Befahrung des Radwegenetzes fehlerfrei zusammenzustellen. Wenn Sie über Tipp- oder sonstige Fehler stolpern sollten, oder wenn sich Veränderungen an den Wegweisern ergeben (ich hoffe, nur im Positiven!), freue ich mich über Ihre Post.

Diese Seiten werden auch nach Abschluss der ersten Bestandsaufnahme weiter ergänzt. Wichtige Ergänzungen sind in roter Schrift eingefügt:

Nachtrag April 2005:
PfostenaufkleberRechtzeitig zur Landesgartenschau sind im April 2005 auf dem Stadtgebiet Leverkusens drei Stadt-Landschafts-Schlaufen und die Routen des Radverkehrsnetzes Nordrhein-Westfalen (inkl. der D-Routen D 7 / D 8) neu beschildert worden. Mit diesen Maßnahmen hat sich der Zustand der Fahrradwegweisung in Leverkusen erheblich verbessert, auch wenn abseits dieser Routen auch jetzt noch einiges zu tun bleibt. Zu meiner großen Freude sind eine ganze Reihe von Anregungen, die sich aus der Analyse im Sommer 2004 ergeben haben, in die aktuellen Planungen eingeflossen.
Am Wochendende der Eröffnung der Landesgartenschau (16. April 2005) habe ich das Motto der Gartenschau, "Neuland entdecken", für mich wörtlich genommen und per Rad die gerade fertig gewordenen Laga-Routen erkundet – es gab tatsächlich Wege, die ich bisher noch nicht gefahren war. Bis auf ganz wenige Punkte, die bereits an den zuständigen Fachbereich Tiefbau der Stadt Leverkusen weitergeleitet wurden, ist die Beschilderung der Stadt-Landschafts-Schlaufen hervorragend. Die Übersicht der Wegweiser auf den folgenden Seiten werde ich erst zu einem späteren Zeitpunkt aktualisieren. Für einen ersten visuellen Eindruck habe ich die Karte zum Zustand der Radwegweisung in Leverkusen bearbeitet, wobei dieses Bild einen vorläufigen Charakter hat, da die meisten Zubringerrouten noch nicht neu erfasst sind. Der Vergleich mit der Karte vom August letzten Jahres (siehe Analyse) zeigt aber schon jetzt deutlich, welche Fortschritte durch die Neubeschilderung erzielt wurden.

Zustand der Radwegweisung in Leverkusen (vorläufig, Stand April 2005)
rot: dringender Handlungsbedarf (Route kann nicht sicher nachvollzogen werden);
gelb: Korrekturbedarf ohne gravierende Einschränkung der Funktionalität;
grün: in Ordnung;  grau: Standorte auf noch nicht beschilderten Abschnitten.


weiter: Bestehendes Netz und Planungen   


Diese Studie ist auch als pdf-Dokument verfügbar:
weg_leverkusen.zip (Gepackte pdf-Datei, 248 kB)
Das Dokument enthält zusätzlich die Bestandsaufnahme sämtlicher Wegweisern inkl. Angaben zum Zustand; Stand: 21. August 2004



Verweis:
Logo Zubringerrouten zur Landesgartenschau Leverkusen
Routenbeschreibungen der
Stadt-Landschafts-Schlaufen
zur Landesgartenschau





Die Tourenbeschreibungen und begleitenden Angaben wurden mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengestellt. Für ihre Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Das Nachradeln dieser Tour geschieht auf eigene Gefahr. Die Mitteilung der Wegeführungen erfolgt mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass Sie beim Nachradeln der Tour für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung und anderer relevanter Bestimmungen selbst verantwortlich sind und insbesondere im Einzelfall vor Ort abklären müssen, ob ein bestimmter Weg von Radfahrern benutzt werden darf (Fußgängerzonen, Einbahnstraßen usw.).

Dieses Dokument (Texte, Grafiken und Fotografien) ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt. Eine kommerzielle Nutzung z. B. durch Fahrradverleihbetriebe oder Fremdenverkehrsorganisationen sowie die – auch auszugsweise – Veröffentlichung in elektronischer oder gedruckter Form bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung. Alle genannten Marken- und Produktbezeichnungen sind Warenzeichen der entsprechenden Inhaber.

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