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Gut zwei Jahre nach der ersten Bestandsaufnahme der Fahrradwegweisung in Niederkassel wurde im Februar 2006 das lange erwartete Radverkehrsnetz des Landes Nordrhein-Westfalen installiert. Damit hat die Stadt jetzt den Anschluss an das bundesweite D-Routen-Netz gefunden, auch wenn die Beschilderung im Umfeld erst im Laufe des Jahres weiter komplettiert wird.
Das beschilderte Radverkehrsnetz verläuft über weite Strecken auf Wegen, die vollständig für den Kraftverkehr gesperrt sind (vorwiegend auf der Route entlang des Rheins), oder auf Wirtschaftswegen und wenig befahrenen Anliegerstraßen. Als eine der letzten stark befahrenen Straßen außerhalb der Ortschaften, die noch keinen Radweg erhalten haben, verbleibt die L 82 zwischen Köln-Zündorf und Ranzel.
Die im Stadtgebiet ursprünglich vorhandene im Prinzip flächendeckende Wegweisung wurde nur wenig gepflegt und weist in letzter Zeit wieder neue Lücken auf. Einige Schilder sind inzwischen so verdreht, dass sie manchmal eher in die Irre als zum Ziel führen. Infolge der ersten Bestandsaufnahme im Oktober 2003 wurden zwar einige Verbesserungen vorgenommen, die aber insgesamt zu keiner dauerhaften Verbesserung geführt haben. Als Radfernweg wurde nur der Erlebnisweg Rheinschiene wegweisend beschildert, die Routen des landesweiten R-Wege-Netzes sind im Rhein-Sieg-Kreis nie umgesetzt worden.
Die jetzt vorgenommenen Neubeschilderungen sind ein willkommener Anlass, diese Seite zu aktualisieren.
(Ab hier: alter Stand)
Wie ein Blick auf die Übersichtskarte zeigt, besteht das bestehende Radwegenetz aus mehreren Nord-Süd-Verbindungen, von denen allerdings nur der Erlebnisweg Rheinschiene das Stadtgebiet auf der ganzen Länge durchquert. Insbesondere die mittlere, noch überwiegend siedlungsnahe Route weist im Bereich Niederkassel/Ranzel erhebliche Lücken auf, sodass sie derzeit als durchgängige Verbindung zwischen Köln und Bonn nicht genutzt werden kann. Daneben gibt es kürzere Ost-West-Strecken, die im Vergleich zu den Nord-Süd-Routen aber eine untergeordnete Bedeutung haben.
Zustand des Radverkehrsnetzes in Niederkassel, Stand: Februar 2006
Legende: rot: nicht in Ordnung; grün: kleinere Mängel; gelb: in Ordnung.
Zur Orierntierung sind einige größere Straßen eingezeichnet
Aktuelle Bestandsaufnahme
Im Gegensatz zur Bestandsaufnahme vom Oktober 2003 werden die Einzeldaten nicht auf dieser Seite aufgeführt sondern über eine separate Datei zur Verfügung gestellt. Es sind diesmal ausschließlich Standorte auf dem Gebiet der Stadt Niederkassel erfasst.
Erste Schlussfolgerungen
Unter den Nord-Süd-Verbindungen hat der Erlebnisweg Rheinschiene sowohl baulich als auch von der Wegweisung her den höchsten Standard. Die Route ist durchgängig asphaltiert, Straßenschäden halten sich bis auf kurze Teilstücke in Grenzen. Die Hauptroute kann trotz einiger fehlender Schilder nachvollzogen werden, wobei Ortunkundige an wenigen Stellen auf eine Karte zurückgreifen oder nicht den optimalen Weg fahren dürften.
Die siedlungsnahe Nord-Süd-Route 2 ist nur zwischen Rheidt und Mondorf in einem brauchbaren, wenn auch nicht überall zufrieden stellenden Zustand. Größte Schwachstellen sind der Kreuzungsbereich Provinizialstraße / Rheidter Straße, die Einmündung Johannesstraße und die Umfahrung des Südfriedhofs (schlechte Wegstecke). Am Nordrand von Rheidt verliert sich die Route und kann anhand der Beschilderung spätestens in Niederkassel nicht mehr verfolgt werden.
Die meist über die Felder verlaufende Route 3 ist zwischen Weilerhof und Bergheim / Müllekoven sehr gut zu befahren. Leider gibt es nach Norden keine direkte Verlängerung nach Köln-Zündorf.
Ganz im Osten wird das Stadtgebiet bei Stockem von einer vierten Route gestreift, die von Köln-Libur nach Troisdorf-Kriegsdorf führt. Dieser Route kommt im Wesentlichen Bedeutung für den Freizeitverkehr zu.
Die Beschilderung der Ost-West-Verbindungen beschränkt sich bis auf wenige Ausnahmen auf die Schilder-Standorte der Nord-Süd-Routen. Dabei ist die Verknüpfung zwischen den Routen 2 und 3 bedeutend besser als zwischen dem Rheinradweg und der Route 2. Neben neu gebauten straßenbegleitenden Radwegen gibt es Wirtschaftswege mit z. T. holpriger Oberfläche, so kann z. B. die Strecke vom Südfriedhof zum Kreuz Antonius nur sehr bedingt empfohlen werden.
Planungen: Radverkehrsnetz Nordrhein-Westfalen in Niederkassel
Das Radverkehrsnetz befindet sich noch in der Vorbereitungsphase. Im Oktober 2003 war die Beschilderung nach StVO angeordnet, d. h. die Aufträge zur Aufstellung der Schilder dürfte in absehbarer Zeit vergeben werden. Ausführliche Informationen zum Radverkehrsnetz Nordrhein-Westfalen und zum aktuellen Stand der Umsetzung finden sich unter
www.radverkehrsnetz.nrw.de.
Das Stadtgebiet wird von zwei Routen berührt: Eine Strecke führt von der Personenfähre von Wesseling über Lülsdorf und Ranzel nach Köln-Libur und weiter nach Köln-Wahn (S-Bahn). In Ranzel zweigt die zweite Route nach Süden ab und verläuft über Niederkassel, Rheidt und Mondorf weiter in Richtung Bonn.
An der Nord-Süd-Route ist zweierlei bemerkenswert: Zum einen gibt es keine direkte Verbindung in Richtung Köln. Als Route wäre hier der Erlebnisweg Rheinschiene in Betracht gekommen. Da durch das Radverkehrsnetz aber möglichst direkte Verbindungen zwischen Ortszentren und Bahnhöfen geschaffen werden sollen, scheidet sie allerdings aus. Eine Alternative existiert bisher nicht, da alle Wirtschaftswege in diesem Bereich nicht durchgängig zu befahren sind und die stark befahrene Straße zwischen Ranzel und Zündorf keinen Radweg aufweist.
Zum Zweiten wurde südlich von Mondorf eine vom Erlebnisweg Rheinschiene abweichende Routenführung gewählt, die entlang der Provinzialstraße und auf dem Radweg entlang der L 269 verläuft. Diese Strecke ist im Gegensatz zu Erlebnisweg vollständig asphaltiert, ist aber deutlich stärker vom Autoverkehr geprägt. Gefahrenpunkt ist die schon oben erwähte Kreuzung am Ortseingang Mondorf.
Legende:
rot: Radrouten das Radverkehrsnetzes;
grün: Erlebnisweg Rheinschiene;
gelb: Hauptstraßen.
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